Capoeira
Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz, der während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt wurde. Die Sklaven durften keinen Kampfsport ausüben, so nutzten sie musikalische Begleitung, um den Kampfsport als Tanz zu tarnen. Die Musik und der Tanz sind heute so eng miteinander verbunden, dass der Kampf ohne Musik nicht vorstellbar ist. Bestandteil des Kampftanzes ist das Klatschen der Zuschauer und der Gesang. In einem Kreis von Zuschauern treten dann zwei Kämpfer gegeneinander an.
Die Seele des Capoeira ist Malícia, was mit "Kriegslist" oder "Schlauheit" übersetzt werden kann. Dies spiegelt sich darin wider, dass die Spieler versuchen, sich gegenseitig Fallen zu stellen. Dabei kommt es oft vor, dass viele Angriffe nur gemacht werden um von dem eigentlichen Angriff abzulenken. Das bedeutet, dass das taktische Vorgehen bei diesem Kampftanz entscheidend ist, nicht etwa Kraft und Mut.Nach der Gründung der ersten Capoeira-Akademie durch Mestre Bimba 1932 wurde der Sport allmählich offiziell anerkannt und hat heute die Stellung eines Nationalsports.